Autos - Messerschmitt

Der Kabinenroller von Messerschmitt, wurde wie kein anderes Kleinstauto zu einem Begriff in der Gesellschaft und war das Werk des talentierten, zielstrebigen Konstrukteurs Fritz Fend. Aus diversen Versuchen mit „wettergeschützten Fahrrädern“ und motorisierten Dreirädern ging schließlich der sogenannte Fend Flitzer hervor.
Alte Hersteller von Autos - Messerschmitt
Der Messerschmitt-Kabinenroller, der wie kein anderes Kleinstauto zu einem Begriff werden sollte, war das Werk des talentierten, zielstrebigen Konstrukteurs Fritz Fend. Aus langjährigen Versuchen mit «wettergeschützten Fahrrädern» und motorisierten Dreirädern ging schließlich der Fend Flitzer hervor. Fend besaß jedoch nicht die Mittel, um die Flitzer-Produktion in etwas größerem Umfang aufzuziehen. Daher wandte er sich Anfang 1952 an den ehemaligen Flugzeugbauer Willy Messerschmitt, der in Regensburg über ungenutzte Werkanlagen verfügte. Den ursprünglich vor allem für Kriegsversehrte gedachten einsitzigen Flitzer wollte Messerschmitt nicht bauen, doch einigte man sich auf die Konstruktion eines Kleinstautos mit zwei hintereinander angeordneten Sitzen, die durch ein seitlich aufklappbares Plexiglasdach geschützt waren. - Schon 1951 hatte Hannoyer in Paris mit seinem Reyonnah ein Fahrzeug mit Tandemsitzanordnung und seitlich aufkippbarer Dachkuppel geschaffen.
1952 entstand bei Fend in Rosenheim ein erster Prototyp mit 150-cm3-Motor; auf dem Genfer Salon im März 1953 erfolgte dann die offizielle Vorstellung des Messerschmitt KR 175. KR stand für Kabinenroller, 175 für den Motorinhalt, und der Name Messerschmitt schließlich sorgte für den gebührenden Respekt! Trotz seines unkonventionellen Aussehens, das ein Umdenken des Publikums erforderte, wurde der Messerschmitt sehr rasch zum Verkaufserfolg. In Deutschland wurde er zunächst zum «Schlagerpreis» von 2100 DM verkauft. Mit seinem an ein Militärflugzeug erinnernden Oberbau hob sich der Messerschmitt von allen übrigen Rollermobilen und Kleinstautos entscheidend ab. Er täuschte keine falsche Größe vor und wirkte daher sportlich, ja sogar abenteuerlich-kühn.
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Seine Grundkonstruktion bestand aus einem Rohrrahmen mit Bodenwanne. Die Stahlblechkarosserie war aufgeschweißt. Für die vordere Einzelradaufhängung dienten Dreieckquerlenker, während der Kasten für den Kettenantrieb des hinteren Einzelrades als Schwinge ausgebildet war. Alle drei Räder hatten Gummifederung. Für die Steuerung diente ein Motorradlenker. Der luftgekühlte l-Zylinder-2-Takt-Motor von Fichtel & Sachs - er war als «Mittelmotor» vor dem Hinterrad untergebracht - wurde im Frühling 1955 durch ein 200-cm3-Aggregat gleicher Konzeption abgelöst. Nun standen 10 statt 9 PS und ein höheres Drehmoment zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit wurde jetzt mit stolzen 100 km/h angegeben. Zudem wartete der KR 200 mit zahlreichen Verbesserungen und Verfeinerungen auf, die nicht zuletzt den recht kräftigen Motor- und Antriebslärm unter der Plexiglashaube reduzieren sollten. Die Spur der Vorderräder war nun auf über einen Meter verbreitert, und darüber hinaus waren ein «Rückwärtsgang» (Motordrehsinn umkehrbar!) und Teleskopdämpfer eingeführt worden.
FMR - Nachdem im Herbst 1954 die Produktion auf einen Tagesausstoß von 50 Stück erhöht worden war, wobei der Exportanteil 30 Prozent erreichte, kam man im Jahr 1955 auf einen Gesamtabsatz von rund 12 000 Stück. Doch der Rollermobilboom ging langsam dem Ende entgegen. Die Messerschmitt-Herstellung, die bald nur durch das Beibehalten eines niedrigen Verkaufspreises fortgeführt werden konnte, verlor ihre Rentabilität. Über das Bundesland Bayern verkaufte Messerschmitt schließlich sein Werk in Regensburg. Fritz Fend gründete Anfang 1957 mit einem Kompagnon die Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH und übernahm diese Fabrikanlagen. Der Markenname wurde in der Folge auf FMR geändert. Man suchte die Herstellung zu rationalisieren. Zudem wurden unter anderem eine Heizung, Faltdach und Reserverad eingeführt. Nachdem 1955 auf dem Hockenheimring mit einem offenen KR 200 mit auf 13 PS gebrachter Leistung erfolgreiche Rekordfahrten unternommen worden waren - es wurden 140 km/h Spitze und 107 km/h Schnitt erreicht -, war der Wunsch nach einem schnellen Serienmodell auch beim Publikum gewachsen. Im Herbst 1957 wurde auf der Autoausstellung Frankfurt das vierrädrige Modell Tiger gezeigt. Es war wie bereits der KR 201 als offener Roadster ausgeführt. Mit seinem 2-Zylinder-2-Takt-Motor von 500 cm3 Inhalt sollte es Fahrleistungen erreichen, wie sie bei Rollermobilen bisher noch nie da gewesen waren: über 130km/h Spitze und 0 auf 100 km/h in knapp 25 Sekunden ...
Aus juristischen Gründen musste man auf den Namen Tiger verzichten, so nahm man denn 1958 neben dem FMR KR 200 den FMR Tg 500 in Produktion. Außer als Roadster gab es ihn auch mit der Plexiglaskuppel. Wegen der stetig sinkenden Nachfrage ging die Produktion schrittweise zurück, doch zum Glück konnte man bei FMR auf die Herstellung von Getränkeautomaten ausweichen, so dass es nicht -wie bei so vielen anderen Kleinstautoher-stellern - zum Eklat kam. Erst 1964 lief die FMR-Autoproduktion endgültig aus. Insgesamt sollen gegen 20 000 KR 175, 45 000 KR 200 und fast 1000 Tg 500 produziert worden sein.
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jessi kiefer immax159(at)yahoo.de
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